Spuren der Urzeit

 storia

Die Anfänge

Archäologische Funde bezeugen eine erste Besiedlung des dolomitenladinischen Raums bereits um 7000 v. Chr. Hochgelegene Fundstellen, wie Plan de Frea (auf 2000 m, nahe dem Grödner-Joch), waren einfache Unterstände aus dem Mesolithikum. Am Mondeval de Sora (2150 m, zwischen Colle Santa Lucia und Cortina d'Ampezzo) wurden 1987 die Überreste eines Häuptlings mit reichen Grabbeigaben gefunden. Der Fund wird auf ein Alter von ca. 8000 Jahren geschätzt.
Die Existenz von dauerhaft bewohnten Siedlungen ist für verschiedene Epochen nachgewiesen: zu den bedeutendsten Plätzen zählt Sotciastel (Gadertal), dessen Besiedelung auf die Bronzezeit zurückgeht. Diese kleine Gemeinschaft bestand aus Bauern und Hirten. Das Dorf wurde zwischen Ende des 18. und Beginn des 16. Jahrhunderts v. Chr. gegründet. Die Funde am Col de Flam (nahe St. Ulrich) stammen aus der Eisenzeit (850-15 v. Chr.). Es handelte sich um einen Brandopferplatz. Im Jahr 2000 wurden auf dem Pincan-Hügel (im Annatal nahe St. Ulrich) die Grundmauern des Schlosses Stetteneck gefunden.

Romanisierung

Die Römer gaben den Stämmen in dieser Region die Sammelbezeichnung Räter. Aufgrund der spärlichen Überlieferungen ist dieses Volk von Geheimnissen umgeben. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. brachten die Räter eine erstaunliche eigene Kultur hervor. Sie schrieben in einer Art des nord-etruskischen Alphabets. Nach einer verheerenden Schlacht am Zusammenfluss von Etsch und Eisack erobern die Römer unter der Führung von Drusus und Tiberius im Jahr 15 v. Chr. die Alpen. Ab diesem Zeitpunkt vermischt sich das Volkslatein der Eroberer mit den Sprachen der ansässigen Völker.

 

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Christianisierung

In die Zeit der Römerherrschaft fällt auch die Christianisierung der Alpen durch Missionare aus Aquileia. Von diesem Zentrum hing ursprünglich auch das im 5. Jahrhundert gegründete Bistum von Säben (nahe Klausen, im Eisacktal) ab.
Im Hochmittelalter, seit Karl dem Großen (742-814) und unter dessen Nachfolgern, werden die Täler von Inn, Eisack und Etsch zu wichtigen Reisewegen der deutschen Kaiser nach Rom, d.h. zur Kaiserkrönung. Um den Weg nach Süden zu sichern, belehnen die Kaiser ihnen wohl gesinnte Bischöfe mit weiten Gebieten und Besitzungen entlang des Romzuges.

Ein wichtiger Wallfahrtsort im Gadertal ist das Heiligtum vom Kreuzkofel, La Crusc, auf 2000 m oberhalb der Ortschaft St. Leonhard in der Gemeinde Abtei.

Pater Ujöp (= Josef) Freinademetz (1852-1908) wurde in Oies im Gadertal geboren. Er wirkte 30 Jahre als Steyler Missionar in China. Am 5. Oktober 2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Der Heilige wird von vielen Gläubigen verehrt, die zahlreich seinen Geburtsort und das dort errichtete Heiligtum besuchen.

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