Select your language



Sort de documënt: Documënt

Titul:

Relaziun



Descriziun: Regest: Moling Sepl (*1934)

Relaziun sura i laurs de costruziun dla dlijia da La Val. Ara contëgn ince cunc, reduziuns söi prisc y.i.i. Documënt scrit a man.

Roboten: Der Jungfrauenbund übernimmt beim Bau der neuen Kirche die Bereitung des notwendigen Sandes; da aber die Unterschriften aller Jungfrauen der Schicklichkeit wegen ausgelassen wurden, so glaubte man diese, diese Verscherung (= Unterlassung) durch die Unterschrift der Vorsteherin nebst ihren Gehilfinnen hinlänglich bestätigen zu dürfen.
Ursolla Moling, Vorsteherin, Anna Catarina Costabiei, Gehilfin, Maria Dapoz, Gehilfin, Catarina Comploi, Gehilfin.
Abfindung in Bezug des Baugrundes sowie der notwendigen Fuhrwege, die zur Baustelle hergestellt werden müssen mit den einzelnen Besitzern und Interessenten.
I. Pezzei Peter hat sich für seinen Grund an der neuen Baustelle von 160 Q-Klaft .. mit 100 G. Klaft Weidegrund begrenzt, den die Nachbarschaft Campo-Cians Nr. 288 zu dem Zwecke hergegeben hat: Pietro Pitscheider (nicht Pezzei) Besitzer, Josef Videsott, Zeuge, Josef Terza, Zeuge.
II. Josef Videsott, Bauer in Campo ist mit 30 G. Kfter Weidegrund für den neuen Weg, der durch seinen Acker gezogen wird, zufrieden gestellt: Josef Videsott, Besitzer, Josef Terza (Zeuge), Giuseppe Deiaco, Zeuge.
III. Terza Jos. Mathias lässt an dem schlechten Wiesengrund den neuen Weg zur neuen Baustelle umsonst ziehen und daselbst auch Steine gewinnen. Josef Terza, Besitzer, Josef Videsott, Zeuge, Giuseppe Deiaco, Zeuge.
IV. Joachim Rubatscher in Lunz tritt seinen Ackergrund von beil. 30 Q-Kft an der Baustelle ab und lässt zugleich durch den bestehenden Feldweg, der an seiner Wiese in Länge von 28 Klf sich hinzieht, einen Fuhr- und Kirchweg ziehen, dafür begnügt er sich mit dem Weidegrund um die Wiese Sö dal Poz, die die Nachbarschaft Lunz, Tavella und Rü nach Nr. 285 zu dem Zwecke hergegeben hat; Diesen Weidegrund aber tritt er seinem Bruder Thomas in Lunz ab, dem auch die genannte Wiese gehört und der ihm dann gemäß Übereinkommen anderswo an seinem Felde vergüten wird. Tomaso Rubatscher, Joachim Rubatscher, Alois Moling, Zeuge.
V. Alois Moling, lässt durch den Feldweg, der sich in der Länge 44 Kft durch seinen Grund hinzieht, umsonst einen Fußweg herstellen. Alois Moling, Besitzer, Tomaso Rubatscher, Zeuge, Joachim Rubatscher, Zeuge.
VI. Josef Nagler tritt seinen Grund an der neuen Baustelle von Flächeninhalt 1013 Q-Kft ab und begnügt sich mit 2000 Q-Kfter Weidegrund Sö les Gnates mit der Bedingung ab, dass er auch von den Roboten freigesprochen sein. Josepe Nagler, Besitzer, Francesco Alton, Zeuge, Franz Moling, Zeuge.
VII. Josef Frenes in Ciampló tritt seinen Grund an der neuen Baustelle von e: 400 Q-Kft ab und begnügt sich mit 600 Q-Kft Weidegrund, den die Nachbarschaft Ciampló, Moring und Pederoa zu diesem Zwecke hergibt und der am Bach unter Ciampló an seinem Grund zunächst liegt. Vide (=siehe) Versprechungsliste für Josef Nagler und Josef Frenes. Josef Frenes, Besitzer, Francesco Alton, Zeuge, Franz Moling, Zeuge.
VIII. Es (er)-übrigen noch 300 Q-Kft, die noch nicht förmlich abgetreten sind. Besitzer derselben, Anton Moling hat schriftlich den 12. Mai 1867 sich erklärt, dass er dieselben gegen einen billigen Schätzungspreis, welcher auf 200-300 fl kommen würde und durch das Abtreten eines Weidegrundes Nr. 23 der erste gedeckt wird. Der Sammler.

Kurze Übersicht und Zusammenstellung der Versprechungen und übernommenen Roboten für den Bau der Kuratie-Kirche Wengen.
A) Versprechungen: aus der Versprechungsliste ergibt sich, dass in Betreff des Baufonds folgende Summen versprochen und unterzeichnet wurden:
a) An barem Geld 13.284 fl, davon jedoch sind bei 20 abzurechnen, die erst nach der Zusammenzählung weggestrichen wurden, somit lautet die Summe 13.264 fl.
b) An Getreide 810 Star á nach der gemachten Schätzung 2 fl, somit 1.620 fl.
c) 1.351 Stämme, davon jedoch sollen vorläufig nach dem Voranschlage des Ing. von Stadl 600 Stämme als Bauholz abgezogen werden, es bleiben somit zu Merkantilholz 751 Stämme; á Stamm wurde 3 fl geschätzt, somit 2.253 fl.
d) Ein kleiner Waldteil von beil. 200 Kft. Brennholz wurde geschätzt á 1 = 200 fl.

IX) Gemäß früher schon gemachter Abtretung des Waldes Salt wird der Erlös davon zum Baufond geschlagen. Nach der Berechnung des Waldhüters sollen daselbst 1.000 Kft. Brennholz gewonnen werden können á 1 fl = 1.000 fl.
X) Nach dem Parere (= Schätzung) der Sachverständigen wurde der Erlös der alten Gebäude in St. Genesius (Dlijia Vedla) auf 1.060 fl geschätzt.
Der Baufond beträgt somit 19.397 fl.
Die übernommenen Bauten erfordern: für Kirche, Turm und Sakristei 14.000 fl für die 2 Häuser 4.000 fl, für die Wasserleitung 60 fl, für den Säger 73 fl, für die Gewinnung der Tuffsteine 390 fl; somit erübrigt sich für die Mauer des Friedhofes 374 fl, welche Summe zwar nicht hinreicht, aber man darf hoffen, dass diese Summe ergänzt werden kann, wenn man bedenkt, dass auch die Renitenten (Ausstände) mit der Zeit für den guten Zweck eingenommen werden, dass ferner manche auswärtigen Wengener noch nicht angegangen sind, dass ferner sogar unter den Versprechern es einige gibt, die im Falle des wirklichen Baues Hoffnung auf weitere Hilfe gemacht haben und endlich, dass selbst Nicht-Wengener bereit sind, etwas zu dem Zwecke opfern zu wollen, die man aber nicht in der Liste aufgenommen hat aus Furcht nämlich, dass man sich dadurch eine größere Verlegenheit bereiten könnte.
Überhaupt wäre die Summe für den Friedhof schon gedeckt, wenn man festsetzen könnte, dass die Gemeinde sich auch herbeilässt, an der Baustelle die Handlangerdienste zu besorgen.
B) Roboten: Nach dem Besagten muss die Gemeinde das Baumaterial auf die Baustelle bringen, und zwar unentgeltlich, somit konnte und durfte man nur diese Dienste in Geld abschätzen und nach dem Maßstabe der direkten Steuern verteilen. An Geld betrügen diese Dienste für den auszuführenden Bau nach der gemachten Schätzung 12.296 fl und zerfallen wie folgt; für Kirche, Turm und Sakristei 8.197 fl, für die übrigen Geliande 4.099 fl.
N.B.: das Material gab der H. von Stadl aber freilich nur für die Kirche, Turm und Sakristei; um sich nicht zu täuschen, nahm man für die übrigen Gebäude die Hälfte des vom Ingeniuer angesetzten Materials an.
Die Verteilungsliste weist nach, dass man an Fuhren 585 jährlich, an Tagschichten 1.401 habe, oder an Geld für Fuhren á 2 fl – 1.170 fl, für Tagschichten á 60 x – 840 f = jährlich 865 Fuhren.
Ist nun die Bauzeit auf 5 Jahre angesetzt, so ergibt sich für Fuhren die Zahl 2.925, für Tagschichten 7.005. Nimmt man an, dass drei Tagschichten 1 Fuhre ausmachen, so hat man nach Fuhren gerechnet 5.250 Fuhren oder an Geld 10.520, das Summarium lautet um 10.520 fl. Somit ergibt es sich, dass hier ein Defizit von 1.776 fl herauskommt, was aber ganz beseitigt werden kann, wenn die Bauzeit auf 6 Jahre angesetzt wird.
Übrigens muss man bedenken, dass man den entferntesten Steinbruch zur Berechnung angenommen hat, nämlich “Tscheindles” (Cëindles) fast eine Stunde von der Baustelle entfernt, ferner, dass in der nächsten Nähe der Baustelle wie sachverständige Maurer urteilen, wenigstens für die Unterbauten Steine zur Genüge gewonnen werden können, endlich dass ein solcher Bruch bei St. Barbara ¼ Stunde von der Baustelle entfernt sich vorfindet. Die Liste der übernommenen Roboten lässt hoffen, dass auch im schlimmsten Falle, wenn der Bau in Angriff genommen wird, die erforderlichen Roboten von allen übernommen und in 5 Jahren geleistet werden.
C) Frei übernommene Leistungen
Aus der Versprechungsliste ergibt sich auch, dass der notwendige Kalk besorgt ist und somit nicht in die Rechnung zu kommen hat. Übernehmer desselben lassen sich herbei, 5 Kalköfen zu bestellen und zu bereiten auf eigene Kosten. Ein Kalkofen enthält á 1.200 Kub. … Kalk, somit hat man für jetzt 6000 Kub. … Kalk, und sollte diese Zahl noch nicht hinreichen, so ist eine Nachbarschaft bereit, der fehlenden zu seiner Zeit zu ergänzen. Die Lieferung der Tuffsteine übernimmt die Nachbarschaft Fornacia; man unterließ aber die Bestätigung derselben; da es noch nicht ausgemacht ist, ob man lieber Ziegel oder Tuffsteine habe.
Endlich die Gewinnung des Sands ist vom Jungfrauenbund übernommen. Aus dieser Zusammenstellung ergibt es sich vorläufig, dass Wengen imstande sei, beantragten Bau auszuführen auch trotz der wenigen Renitenten und darf man auch auf die Vorsehung vertrauen, so kann man … (darauf bauen) dass der Baufond die erforderte Summe deckt und dass die Gemeinde ihre Dienste hiezu auch leisten kann.

Wengen, den 18. Oktober 1867 Anton de Cristoforo – Koop. und Sammler

N.B.: Das Defizit am Baufond erscheint nicht mehr so groß, da für den Friedhof von 100 Kfter Mauer á 4 fl (von den Mauern 1 ½ Kft. Tief gebaut wird) also eine Summe von 400 fl, mithin ist das Defizit 26 fl.
N.B.: die Versprechungen wurden gemacht in jenen Fällen, wo Johann Call als Zeuge unterschrieben ist, auch in seiner Gegenwart begnügt derselbe durch seine Unterschrift.
Johann Call, Begleiter des Sammlers
Zu den Einwendungen des f.b. Ordinariats bezüglich der Roboten muss bemerkt werden, dass sich wohl ein Defizit zeigt, aber durchaus nicht so groß, dass es bedenklich erscheinen könnte. Das Summarium der Roboten ist nach der Angabe des Architekten von Stadl und der Schätzungsliste der Gemeinde Wengen richtig berechnet worden (Schätzungsliste ist in Brixen zurückgeblieben) es müssten die Angabe des Architekten von Stadl und Schätzung falsch sein.
Das Defizit lässt sich leicht decken, es würde auch damals schon gedeckt sein, wenn man es so bedenklich gefunden hätte. Die Robotenliste weist nach, dass manche sich nur geäußert haben, ihren Anteil zu leisten, welcher Anteil nichts in die Rechnung gekommen ist; doch lassen die wenigen Renitenten hoffen, sie werden dasselbe tun. Ferner ist es gar nicht ausgemacht, ob der Bau in 5 oder 6 Jahren aufgeführt werden solle: somit hätte man statt 5, 6 Jahre angesetzt, so würde das bei 5 Jahren erschienene Defizit glänzend gedeckt worden sein. Es muss da bemerkt werden, dass die 5 Jahre Bauzeit nur willkürlich angenommen wurden, um zu einem bestimmten Resultate zu kommen. Übrigens liegt noch eine Garantie von 24 Besitzern Wengens vor, welche sich durch ihre Unterschrift erklärt haben, das noch etwas Abgebende an Roboten leisten zu wollen.
Diese Garantie hat jedoch das f.b. Ordinariat übersehen und somit liegt noch dieselbe dortselbst aufbewahrt.
Aus diesen und obigen Bemerkungen lässt sich mit Grund behaupten: das ausfallende Defizit lässt sich sehr leicht decken, und wenn Wengen überhaupt imstande ist, die Barauslagen zu decken, so wird es auch ohne Zweifel dasselbe bezüglich der Roboten tun können.
Wengen, den 10. Februar 1868r

{
{Gerarchia: A-1059/007



Post: Val Badia, La Val

Media: