Sort de documënt: Documënt
Titul:
Kuratien Welschellen, Enneberg | Cöres da Rina y de Mareo
Descriziun: Regest: Moling Sepl (*1934)
Topografia sura la cöra da Rina. Documënc scric a man, dal 1846 al 1852.
Kirchliche Topographie der Kuratie Welschellen des Dekanates Enneberg, Diözese Brixen – 1846.
1. Der Ort dahier heißt Welschellen (Rina). Woher dieser Name komme, was er bedeute oder woher die Einwohner eigentlich gekommen, und endlich wann dieser Ort angefangen habe, bewohnt zu werden, kann mit Bestimmtheit nicht angegeben werden. Wohl scheinen die hiesigen Einwohner wie die übrigen im hiesigen Landgericht Enneberg von den alten Rätiern abzustammen. Das kleine Dorf und die Kirche stehen in der Mitte der Kuratie auf einem hohen Berg beiläufig eine Stunde von der Straße in Zwischenwasser.
Die Kuratie hat in drei Zechen einen Umfang von zirka 3 Stunden, ist durchaus sehr steil, grenzt gegen Mittag (Süden) an Untermoj und St. Martin, gegen Abend (Westen) an Lüsen, gegen Mitternacht an Onach und endlich gegen Aufgang (Osten) an Enneberg. Weiler gibt es nur drei, so auch Bäche nur zwei auf dem ganzen Gebirge Welschellen, welche beide allezeit zu oberst am Gebirge Brädlweis, eines „fontana de Pares“ das andere Namblarei genannt wird, entsprungen und rinnen, ersterer durch das große Tal Weitental und der andere durch das Tal von Bach, beide endlich in den Bach Gader, der an den Grenzen von ganz Welschellen ganz auf der Ebene vorbeifließt.
Eine Stunde ober der Kirche liegt eine kleine Alpe angrenzend auf der Anhöhe gegen Lüsen für Schafe und größeres Vieh für die Zeche Welschellen und 1 Stunde weiterhinaus eine andere von gleicher Art für die Weitentaler. See ist ein einziger kleiner nahe an Col dla Vedla, durch welchen die Hirten bei warmen Tagen die Schafe durchzutreiben pflegen, um dieselben zu waschen.
An besonderen Unglücken ist seit Menschengedenken nicht einmal in den letzten Kriegsjahren etwas bekannt, außer nur, dass im Jahre 1636 auch da die leidige Pest regierte und man zeigt noch zwei Häuser, wo man einige an dieser Krankheit Gestorbene begrub wie auch das Jahr 1810 den 22. Jänner 3 junge Burschen zu Alfreid nächst dem Werg auf Arbeit ausgehen wollten und von einer Schneelawine in das Tal hinuntergeschleift wurden und dort ihren Tod fanden.
2. Beiläufig die halbe Kuratie gehörte vormals zum Gericht Sonnenburg, die andere zum Gericht Thurn a. Gader, also einem jeweiligen Fürstbischof zu bis zum Jahre 1803. Vom Jahre 1814-1816 kam die ganze Kuratie zum Landgericht Enneberg, folglich zum Landesfürsten. Beider Kuratie sind 10 Häuser zerstreut herum, ausgenommen die drei Weiler 1/8; ausgezeichnete Bauernhöfe gibt es keine dahier: Familien-Seelenanzahl 493: Männlich ... Weiblich: Konf(irmiert) 359: Nicht Konf. 135. Seit dreißig Jahren zeigt sich ein kleiner Unterschied von Jahr zu Jahr, jedoch wäre die Seelenanzahl um 30-40 größer, wenn nicht ganze Familien auswanderten. Der Hauptnahrungszweig dieser Bewohner ist der sehr fleißige Feldbau, auch Viehzucht, sowie es die Umstände erlauben. In dem Charakter ist nichts besonders zu finden außer großer Sparsamkeit in loco = am Ort.
3. Welschellen gehörte immer zur Diözese Brixen und zur Pfarre Enneberg: auch gehörte es meistens zum Dekanat Enneberg, doch nicht immer, denn es gehörte auch zum Dekanat Buchenstein und Bruneck. Welschellen musste wahrscheinlich bald Anfang des Jahres 1300 eine eigene Kirche oder Kapelle haben, denn in einer Urkunde von Pergament im Archiv im löbl. Widum Enneberg liest man, dass schon im Jahre 1347 der Kapelle in Rina, ein Ablass verliehen worden sei. Bis Welschellen keine eigenen Priester hatte, musste ein jeweiliger Kooperator von Enneberg aushilfsweise dort jährlich mehrere Messfeiern halten, und man zeigt noch ein altes Haus gleich ober der Kirche „canonica vecchia“ genannt, wo er übernachtete. Eigene Gottesdienste hatte Welschellen erst seit dem Jahre 1675, wo H. Dom. Agreiter von Sack in Enneberg als Provisor aufgestellt wurde, bis er im Jahre 1678 nach völlig errichteter Kuratie am 8. Juni als erster Kurat eingesetzt wurde. Die großen Beschwerlichkeiten zeigen sich besonders in diesem Ort, weil die Leute weither meistens durch steile Berge zur Kuratie kommen müssen. Eine ziemliche Unannehmlichkeit für einen jeweiligen Kuraten dahier ist, dass die äußersten Einwohner dieser Kuratie zu Alfreid und Kollatsch wegen der weiten Entfernung nur selten zur Kuratie zum Gottesdienst kommen oder, kommen können, daher wäre es wahrscheinlich erwünscht, dass sie zur Expositur Untemoj geschlagen würden.
Das Patronat laut Stiftung übt der Bischof aus, und er übte es auch durchaus aus, außer unter Bayern, wo König Maximilian seine Gewalt soweit erstreckte und im Jahre 1812 den Expositen (?) Joh. Baptist Rudiferia zum 9. Kuraten dahier ernannte.
4. Die Kirche, welche zu unterst am Weiler Welschellen liegt, ist regelmäßig gebaut und hat zwei Altäre von Holz.
In Mitte des hohen Altars befindet sich eine gekleidete Statue, die Unbefleckte Empfängnis, allezeit in Mannsgröße. Auf der Seiten stehen die zwei Apostel Petrus und Paulus als Haupt-Kirchen-Patrone. Noch weiter hinaus stehen Joh. und Paul, alle 4 von Holz. Ganz zu äußerst stehen zwei Gemälde der Mutter Gottes. Der zweite Altar hat ein Blatt die 14 Nothelfer vorstellend und ein sehenswertes Brustbild des hl. Markus auch von Holz, , hat aber auf der Brust eingegraben eine wahre Reliquie des hl. Markus.
Die Kanzel ist auch nur ganz gemein aus Rauhholz, auch ist da eine schöne Armen-Seelentafel zur Erinnerung der Armen-Seelen-Bruderschaft, die den 29. Juni im Jahre 1731 unter dem Kurat Gilardoni eingesetzt wurde.
Ich A. L. eingerichtet für die Kirche 1. ampolline di ... ottone relativa (5 fl) 2. Missale. Einige Nachrichten von der Kuratie Welschellen: 1. Welche Ortschaften oder Parzellen gehören zur Seelsorge Welschellen? Zur Seelsorge Welschellen gehören die drei Zechen Weitental, Welschellen u. Untermoj. Die Seelsorge hat ihren Sitz in Welschellen. Weitental hat 13 Häuser mit 65 Einwohnern, Untermoj 21 Häuser mit 176 Einwohnern, endlich Welschellen 34 Häuser mit 224 Einwohnern. Die Häuser sind sehr zerstreut voneinander, doch alle auf einer Bergseite; am meisten entfernt sind von der Seelsorgskirche die 4 Höfe zu oberst u. unterst Weitental wie auch die 5 Höfe in Kollatsch u. Alfreid. Erstere sind eine große Stunde entfernt, die letzteren 5 starke Viertelstunde. Die Gänge dahin sind zum Teil wohl steil und beschwerlich.
2. Wieviele Altäre und auf welche Heilige geweiht sind in der Seelsorgskirche? Altäre sind 2 in hiesiger Kirche, beide von Holz; auf dem großen Altar ist in der Mitte eine gekleidete Statue der Unbefleckten Empfängnis Mariens allezeit in Mannsgröße auf der Seite stehen die 2 Apostel Petrus und Paulus u. zu äußerst Johann und Paul, alle 4 von Holz. Der 2. Altar hat ein Blatt die 14 Nothelfer darstellend u. ein sehenswertes Brustbild des H. Markus auch vom Holz.
3. Filialkirche gibt es keine wohl aber drei Kapellen, zwei in Weitental und eine zu Kastlung der Zeche Untermoj, die aber nicht einmal benediziert sind geschweige denn geweiht.
4. Bruderschaften bestehen da drei: a) nämlich die Bruderschaft der Armen-Seelen aufgerichtet mit Hofgeistl. Bewilligung am 20. August 1731 und von Seiner Päpstl. Heiligkeit Klemens I. mit unterschiedlichen Ablässen begnadet unter dem Kurat Anton Gilardoni.
b) Die Bruderschaft des hl. Rosenkranzes oder vielmehr Indulgentiae S. Rosari auf Anhaltung unseres Hochw. Fürstbischofs Bernhard Galura ... am 29. Jänner 1679 auch auf unsere Kirche extendiert = ausgedehnt.
c) Endlich die Bruderschaft des heiligsten Herzens Maria, errichtet dahier am Fest des hl. Herzens Maria im Jahre 1846.
5. Schöne Gemälde gibt es keine in dieser Kirche. Die erste Glocke mit Namen und zu Ehren der hl. Apost. Petrus und Paulus, Evang. Markus und der heilige Martin, Johannes und Paulus mit der Inschrift: gelobt und gebenedeit sei J. M. J(osef). Die zweite Glocke mit Namen u. zu Ehren der heiligen Maria und Joseph, der heilige Stephan, Martin mit der Inschrift: Nos cum prole pia = Uns mit dem Kinde lieb; Diese zwei Glocken wurden geweiht vom hochwürdigsten S. R.J. Fürst und Bischof Johannes Franz Graf von Kuen am 16. Oktober 1700. Die dritte ist sehr alt und steht da ... Maria, Mathäus, Johannes im Jahre des Herrn 1128.
6. Die Kirche wurde geweiht am 28. Juli 1718, der Friedhof aber schon am 19. September 1657. Welschellen musste wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert, wo nicht noch früher eine eigene Kirche haben, denn dass in Untermoj schon im Jahre 1450 eine Kirche gestanden hat man sichere Urkunde, desgleichen von Kampil, sollte also nur in Welschellen keine Kirche um jene Zeit gewesen? Sicherlich nicht: 1347 stand schon eine Kirche in Welschellen, sagt D. Anat. ... beim hl. Kassian Das las er aus einem Pergamentenbrief im Ansitz in Colz ... in Enneberg, welche Kirche renoviert wurde 1717 und geweiht 1818.
NB.: Die Kirche wurde geweiht am 28. Juli 1718 von Fürstbischof Kaspar Ignatius, der Friedhof aber durch Joh... Bischof von Belluno.
7. Der Kurat hat keine Verbindung gegen die Mutterkirche, wohl aber die Mutterkirche hat Verbindung am Visitator uff.
8. Der Kurat hat keine außer der jedem Seelsorgesitze eigentümliche Verbündung.
9. Nur eine Schule besteht und dazu gehören die als benannte 3 Zechen Kollatsch u. Alfreid aber gehören der Wertigkeit von Welschellen wegen nach Untermoj ... Wann die Schule da errichtet oder aufgelassen (?) ist, das weiß Gott.
12. September 1852 An das Dekanat gegeben – September 1855 - Kortleitner
Gerarchia: A-1056/016
Topografia sura la cöra da Rina. Documënc scric a man, dal 1846 al 1852.
Kirchliche Topographie der Kuratie Welschellen des Dekanates Enneberg, Diözese Brixen – 1846.
1. Der Ort dahier heißt Welschellen (Rina). Woher dieser Name komme, was er bedeute oder woher die Einwohner eigentlich gekommen, und endlich wann dieser Ort angefangen habe, bewohnt zu werden, kann mit Bestimmtheit nicht angegeben werden. Wohl scheinen die hiesigen Einwohner wie die übrigen im hiesigen Landgericht Enneberg von den alten Rätiern abzustammen. Das kleine Dorf und die Kirche stehen in der Mitte der Kuratie auf einem hohen Berg beiläufig eine Stunde von der Straße in Zwischenwasser.
Die Kuratie hat in drei Zechen einen Umfang von zirka 3 Stunden, ist durchaus sehr steil, grenzt gegen Mittag (Süden) an Untermoj und St. Martin, gegen Abend (Westen) an Lüsen, gegen Mitternacht an Onach und endlich gegen Aufgang (Osten) an Enneberg. Weiler gibt es nur drei, so auch Bäche nur zwei auf dem ganzen Gebirge Welschellen, welche beide allezeit zu oberst am Gebirge Brädlweis, eines „fontana de Pares“ das andere Namblarei genannt wird, entsprungen und rinnen, ersterer durch das große Tal Weitental und der andere durch das Tal von Bach, beide endlich in den Bach Gader, der an den Grenzen von ganz Welschellen ganz auf der Ebene vorbeifließt.
Eine Stunde ober der Kirche liegt eine kleine Alpe angrenzend auf der Anhöhe gegen Lüsen für Schafe und größeres Vieh für die Zeche Welschellen und 1 Stunde weiterhinaus eine andere von gleicher Art für die Weitentaler. See ist ein einziger kleiner nahe an Col dla Vedla, durch welchen die Hirten bei warmen Tagen die Schafe durchzutreiben pflegen, um dieselben zu waschen.
An besonderen Unglücken ist seit Menschengedenken nicht einmal in den letzten Kriegsjahren etwas bekannt, außer nur, dass im Jahre 1636 auch da die leidige Pest regierte und man zeigt noch zwei Häuser, wo man einige an dieser Krankheit Gestorbene begrub wie auch das Jahr 1810 den 22. Jänner 3 junge Burschen zu Alfreid nächst dem Werg auf Arbeit ausgehen wollten und von einer Schneelawine in das Tal hinuntergeschleift wurden und dort ihren Tod fanden.
2. Beiläufig die halbe Kuratie gehörte vormals zum Gericht Sonnenburg, die andere zum Gericht Thurn a. Gader, also einem jeweiligen Fürstbischof zu bis zum Jahre 1803. Vom Jahre 1814-1816 kam die ganze Kuratie zum Landgericht Enneberg, folglich zum Landesfürsten. Beider Kuratie sind 10 Häuser zerstreut herum, ausgenommen die drei Weiler 1/8; ausgezeichnete Bauernhöfe gibt es keine dahier: Familien-Seelenanzahl 493: Männlich ... Weiblich: Konf(irmiert) 359: Nicht Konf. 135. Seit dreißig Jahren zeigt sich ein kleiner Unterschied von Jahr zu Jahr, jedoch wäre die Seelenanzahl um 30-40 größer, wenn nicht ganze Familien auswanderten. Der Hauptnahrungszweig dieser Bewohner ist der sehr fleißige Feldbau, auch Viehzucht, sowie es die Umstände erlauben. In dem Charakter ist nichts besonders zu finden außer großer Sparsamkeit in loco = am Ort.
3. Welschellen gehörte immer zur Diözese Brixen und zur Pfarre Enneberg: auch gehörte es meistens zum Dekanat Enneberg, doch nicht immer, denn es gehörte auch zum Dekanat Buchenstein und Bruneck. Welschellen musste wahrscheinlich bald Anfang des Jahres 1300 eine eigene Kirche oder Kapelle haben, denn in einer Urkunde von Pergament im Archiv im löbl. Widum Enneberg liest man, dass schon im Jahre 1347 der Kapelle in Rina, ein Ablass verliehen worden sei. Bis Welschellen keine eigenen Priester hatte, musste ein jeweiliger Kooperator von Enneberg aushilfsweise dort jährlich mehrere Messfeiern halten, und man zeigt noch ein altes Haus gleich ober der Kirche „canonica vecchia“ genannt, wo er übernachtete. Eigene Gottesdienste hatte Welschellen erst seit dem Jahre 1675, wo H. Dom. Agreiter von Sack in Enneberg als Provisor aufgestellt wurde, bis er im Jahre 1678 nach völlig errichteter Kuratie am 8. Juni als erster Kurat eingesetzt wurde. Die großen Beschwerlichkeiten zeigen sich besonders in diesem Ort, weil die Leute weither meistens durch steile Berge zur Kuratie kommen müssen. Eine ziemliche Unannehmlichkeit für einen jeweiligen Kuraten dahier ist, dass die äußersten Einwohner dieser Kuratie zu Alfreid und Kollatsch wegen der weiten Entfernung nur selten zur Kuratie zum Gottesdienst kommen oder, kommen können, daher wäre es wahrscheinlich erwünscht, dass sie zur Expositur Untemoj geschlagen würden.
Das Patronat laut Stiftung übt der Bischof aus, und er übte es auch durchaus aus, außer unter Bayern, wo König Maximilian seine Gewalt soweit erstreckte und im Jahre 1812 den Expositen (?) Joh. Baptist Rudiferia zum 9. Kuraten dahier ernannte.
4. Die Kirche, welche zu unterst am Weiler Welschellen liegt, ist regelmäßig gebaut und hat zwei Altäre von Holz.
In Mitte des hohen Altars befindet sich eine gekleidete Statue, die Unbefleckte Empfängnis, allezeit in Mannsgröße. Auf der Seiten stehen die zwei Apostel Petrus und Paulus als Haupt-Kirchen-Patrone. Noch weiter hinaus stehen Joh. und Paul, alle 4 von Holz. Ganz zu äußerst stehen zwei Gemälde der Mutter Gottes. Der zweite Altar hat ein Blatt die 14 Nothelfer vorstellend und ein sehenswertes Brustbild des hl. Markus auch von Holz, , hat aber auf der Brust eingegraben eine wahre Reliquie des hl. Markus.
Die Kanzel ist auch nur ganz gemein aus Rauhholz, auch ist da eine schöne Armen-Seelentafel zur Erinnerung der Armen-Seelen-Bruderschaft, die den 29. Juni im Jahre 1731 unter dem Kurat Gilardoni eingesetzt wurde.
Ich A. L. eingerichtet für die Kirche 1. ampolline di ... ottone relativa (5 fl) 2. Missale. Einige Nachrichten von der Kuratie Welschellen: 1. Welche Ortschaften oder Parzellen gehören zur Seelsorge Welschellen? Zur Seelsorge Welschellen gehören die drei Zechen Weitental, Welschellen u. Untermoj. Die Seelsorge hat ihren Sitz in Welschellen. Weitental hat 13 Häuser mit 65 Einwohnern, Untermoj 21 Häuser mit 176 Einwohnern, endlich Welschellen 34 Häuser mit 224 Einwohnern. Die Häuser sind sehr zerstreut voneinander, doch alle auf einer Bergseite; am meisten entfernt sind von der Seelsorgskirche die 4 Höfe zu oberst u. unterst Weitental wie auch die 5 Höfe in Kollatsch u. Alfreid. Erstere sind eine große Stunde entfernt, die letzteren 5 starke Viertelstunde. Die Gänge dahin sind zum Teil wohl steil und beschwerlich.
2. Wieviele Altäre und auf welche Heilige geweiht sind in der Seelsorgskirche? Altäre sind 2 in hiesiger Kirche, beide von Holz; auf dem großen Altar ist in der Mitte eine gekleidete Statue der Unbefleckten Empfängnis Mariens allezeit in Mannsgröße auf der Seite stehen die 2 Apostel Petrus und Paulus u. zu äußerst Johann und Paul, alle 4 von Holz. Der 2. Altar hat ein Blatt die 14 Nothelfer darstellend u. ein sehenswertes Brustbild des H. Markus auch vom Holz.
3. Filialkirche gibt es keine wohl aber drei Kapellen, zwei in Weitental und eine zu Kastlung der Zeche Untermoj, die aber nicht einmal benediziert sind geschweige denn geweiht.
4. Bruderschaften bestehen da drei: a) nämlich die Bruderschaft der Armen-Seelen aufgerichtet mit Hofgeistl. Bewilligung am 20. August 1731 und von Seiner Päpstl. Heiligkeit Klemens I. mit unterschiedlichen Ablässen begnadet unter dem Kurat Anton Gilardoni.
b) Die Bruderschaft des hl. Rosenkranzes oder vielmehr Indulgentiae S. Rosari auf Anhaltung unseres Hochw. Fürstbischofs Bernhard Galura ... am 29. Jänner 1679 auch auf unsere Kirche extendiert = ausgedehnt.
c) Endlich die Bruderschaft des heiligsten Herzens Maria, errichtet dahier am Fest des hl. Herzens Maria im Jahre 1846.
5. Schöne Gemälde gibt es keine in dieser Kirche. Die erste Glocke mit Namen und zu Ehren der hl. Apost. Petrus und Paulus, Evang. Markus und der heilige Martin, Johannes und Paulus mit der Inschrift: gelobt und gebenedeit sei J. M. J(osef). Die zweite Glocke mit Namen u. zu Ehren der heiligen Maria und Joseph, der heilige Stephan, Martin mit der Inschrift: Nos cum prole pia = Uns mit dem Kinde lieb; Diese zwei Glocken wurden geweiht vom hochwürdigsten S. R.J. Fürst und Bischof Johannes Franz Graf von Kuen am 16. Oktober 1700. Die dritte ist sehr alt und steht da ... Maria, Mathäus, Johannes im Jahre des Herrn 1128.
6. Die Kirche wurde geweiht am 28. Juli 1718, der Friedhof aber schon am 19. September 1657. Welschellen musste wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert, wo nicht noch früher eine eigene Kirche haben, denn dass in Untermoj schon im Jahre 1450 eine Kirche gestanden hat man sichere Urkunde, desgleichen von Kampil, sollte also nur in Welschellen keine Kirche um jene Zeit gewesen? Sicherlich nicht: 1347 stand schon eine Kirche in Welschellen, sagt D. Anat. ... beim hl. Kassian Das las er aus einem Pergamentenbrief im Ansitz in Colz ... in Enneberg, welche Kirche renoviert wurde 1717 und geweiht 1818.
NB.: Die Kirche wurde geweiht am 28. Juli 1718 von Fürstbischof Kaspar Ignatius, der Friedhof aber durch Joh... Bischof von Belluno.
7. Der Kurat hat keine Verbindung gegen die Mutterkirche, wohl aber die Mutterkirche hat Verbindung am Visitator uff.
8. Der Kurat hat keine außer der jedem Seelsorgesitze eigentümliche Verbündung.
9. Nur eine Schule besteht und dazu gehören die als benannte 3 Zechen Kollatsch u. Alfreid aber gehören der Wertigkeit von Welschellen wegen nach Untermoj ... Wann die Schule da errichtet oder aufgelassen (?) ist, das weiß Gott.
12. September 1852 An das Dekanat gegeben – September 1855 - Kortleitner
Gerarchia: A-1056/016
Data: 1846 - 1852
