Gründung

Das Ladinische Kulturinstitut "Micurà de Rü" ist mit Landesgesetz Nr. 27 vom 31.07.1976, das im Amtsblatt der Region in drei Sprachen veröffentlicht wurde, gegründet worden. Das Institut hat seine Tätigkeit offiziell am 3.9.1977 aufgenommen.
Der eigentliche Anstoß zur Gründung eines Kulturinstitutes für die Ladiner der Provinz Bozen kam von der AGT (Arbeitsgemeinschaft Tirol). Während mehrerer Sitzungen, die hauptsächlich in Brixen stattfanden, wurde das Programm des Institutes erarbeitet und daraufhin die Zustimmung zur Gründung dieser Einrichtung von den politisch Verantwortlichen erwirkt.

 

Die wichtigsten Schritte

Die wichtigsten Ereignisse, die zur Gründung des Ladinischen Kulturinstitutes geführt haben:

Brixen, 15.11.1974
Während einer Sitzung der AGT (Arbeitsgemeinschaft Tirol) wird die Entscheidung getroffen, nicht nur die deutsche Minderheit in Südtirol zu unterstützen sondern auch die Ladiner. Vorschläge zur Durchführung dieses Vorhabens müssen von den Ladinern selbst vorgebracht werden.

Brixen, 13.12.1974
An dieser Sitzung nehmen auch zwei Vertreter der ladinischen Sprachgruppe teil: Dr. Heinz Stuflesser aus St. Ulrich/Urtijëi und Pire Castlunger aus Kampill/Lungiarü. Dr. Stuflesser stellt kurz die institutionelle Organisation in Graubünden vor, die sich für die Erhaltung der eigenen Minderheitensprache einsetzt.

Brixen, 24.01.1975
Pire Castlunger teilt mit, dass er die notwendige Unterstützung von Seiten einiger Akademiker gefunden habe, die im Falle einer tatsächlichen Gründung einer kulturellen Einrichtung mit ganztags angestelltem Personal, das die Sprache und die Kultur untersucht, ausarbeitet und bereichert, bereit wären, sich für diesen Zweck einzusetzen. Die Anwesenden beschließen einstimmig, eine derartige Institution zu gründen. Landesrat Dr. Klaus Dubis schickt voraus, dass ein ladinisches Kulturinstitut einzig und allein von Ladinern verwaltet werden muss und dass es auf keinen Fall eine Art Filiale einer anderen Institution, vor allem nicht des Südtiroler Kuturinstitutes, werden darf.

Brixen, 28.02.1975
Während der Sitzung wird daran erinnert, dass zur Lösung der finanziellen Frage des Institutes vor allem eine genaue Vorstellung der Struktur und der Zielsetzung einer solchen Einrichtung notwendig ist. Zu diesem Zweck wird eine eigene Kommission ernannt, deren Mitglieder Don Angel Morlang, Dr. Heinz Stuflesser, Dr. Lois Craffonara und Pire Castlunger sind.

Brixen, 19.04.1975
Die vor kurzem ernannte Kommission stellt das Programm und das eigentliche Ziel des Institutes vor und es wird konkret über die finanzielle Frage gesprochen. Man kommt zum Entschluss, die Provinz um die notwendige Finanzierung zu fragen.

Bozen, 07.07.1976
Das Gesetz und das Statut des Institutes werden endlich von der Landesregierung anerkannt und im Öffentlichen Amtsblatt der Region am 31.07.1976 veröffentlicht.

Bozen, 25.05.1977
Die von der Provinz ernannten Mitglieder des Institutrates ernennen den Landtagsabgeordneten Franz Demetz aus St. Christina zum Präsidenten und Dr. Lois Trebo aus dem Gadertal zum Vizepräsidenten.

Bozen, 02.09.1977
Während der ersten Sitzung des Institutrates wird Dr. Lois Craffonara zum Direktor des Institutes ernannt.

Am 03.09. nimmt das Institut offiziell seine Tätigkeit auf.

 

Download:

Landesgesetz vom 31. Juli 1976, Nr. 27

Landesgesetz vom 04. Juli 1990, Nr.14

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